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Juni 26th, 2016 by micha

Jesus – Gottes Sohn oder nicht – Glaubenssätze hinterfragen!

 

Jesus – Gottes Sohn oder nicht.

Eine Frage, die die Welt regelrecht spaltet. Christen und Muslime führten und führen Krieg, allein aufgrund dieser Frage.
2,6 Mrd. Christen, 1,8 Mrd. Moslems und 14,2 Mio. Juden streiten seit Jahrtausenden und auch noch heute über dieses Thema.

Ist es das wert? Sollten wir deshalb streiten, oder einfach die Sichtweise der anderen akzeptieren.
Die Andersartigkeit im Glauben der anderen und damit auch häufig  unsere eigenen Glaubenswurzeln akzeptieren?

Ist es nicht so, dass die oben genannten Religionen denselben Gott haben,  dass Christentum und Islam auf dem Judentum aufbauen. Alle haben die Propheten Abraham und Moses, alle wissen um die Sintflut und Noah, alle haben die gleichen Wurzeln. Im Koran wird sogar Jesus als einer der Propheten genannt.

Worum geht es also?
Dass die Christen behaupten, Jesus sei der Sohn Gottes?

Nicht Gott, aber die Vorstellung von Gott hat und wird sich immer weiter entwickeln. Wir haben heute die Möglichkeit frühere Epochen und Sichtweisen neu zu bewerten. Bestehende Glaubensgewissheiten müssen nicht einfach übernommen werden, sondern können im Kontext der heutigen Zeit betrachtet werden.

Somit müssen wir auch die Zeit und den Ort kritisch betrachten, zu der Jesu offiziell zum Sohn Gottes und damit zu seiner 3. Ausdrucksform ernannt wurde.

„Ein Herrscher wurde in der Gottkönigsideologie altorientalischer Großreiche seit etwa 2000 v. Chr. als Gottessohn bezeichnet. In Altägypten bezeichnete man den Pharao als Sohn des Gottes Amun. Im Hellenismus wurde Alexander der Große als „Sohn des Zeus“ verehrt…… Nach dem von  Julius Caesars ……..  nannte sich Augustus ab 42 v. Chr. „Sohn Gottes“. Dies begründete den römischen Kaiserkult, den die folgenden römischen Kaiser fortsetzten.“[1]

Somit verwundert es nicht, dass Jesus 325 in dieser Tradition auf dem Konzil von Nicäa zum „wahren Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, wesensgleich mit dem Vater“1 erklärt wurde.
Bei dieser Entscheidung stand nicht die Lehre Jesu im Vordergrund, vielmehr sollte der Status Jesu als Messias und damit also König bzw. Hohepriester mit der damals üblichen Methode bestätigt werden.
Zu dieser Zeit absolut logisch und nachvollziehbar, außerdem hatte die christliche Kirche schon längst damit begonnen, den Kult um den „Sohn Gottes“ höher anzusehen, als seine Lehre.

Ich sehe hier übrigens viele Parallelen zum Islam, in dessen Ausführung der Prophet oft auch wichtiger erscheint als seine Lehre.
Ich bin überzeugt, dass sowohl im Christentum als auch im Islam viel von der ursprünglichen Lehre verloren gegangen ist.
Ganz offensichtlich haben die verschiedenen Übersetzungen Anteil daran. Jesu, Yeshua (wie er eigentlich hieß) sprach seine Lehre in seiner Muttersprache, in aramäisch. Seine Lehre wurde ins Griechische, der damaligen Weltsprache übersetzt. Alle bisher gebräuchlichen Übersetzungen beruhen auf den griechischen Quellen, sind somit vielfach übersetzt, wodurch zwangsläufig Fehler entstehen.

Ach übrigens:

Auch bei dem Koran handelt es sich um eine Übersetzung, bei der Fehler nicht ausgeschlossen sind. Auch Muhammads Sprache war das aramäische, der arabische Koran wurde somit von Menschen übersetzt, die Fehler machen können.

Ich möchte hier niemanden in seinem Glauben verletzen. Jedoch nur eines zu bedenken geben:

Glaubenssätze hinterfragen!

Ich glaube an einen Gott, der alle Menschen und die ganze Welt friedlich miteinander verbindet.  Kern meines Glaubens ist der freundliche, liebende, friedliche und vergebende Gott.
– Gott ist kein Gott über die Herrscharen, sondern ein Friedensstifter.
– Gott ist der Gott aller Menschen. Auch derer, die nicht an ihn glauben.
– Gott möchte einen, nicht entzweien.
– Gott möchte ermöglichen, nicht verhindern.
– Gott liebt das Leben, liebt uns, jeden einzelnen. Jeder Mensch, der ausgebeutet wird, damit es einem anderen gut geht ist für Gott ein Grauen, es ist ein handeln gegen Gott.
– Gott ist die Liebe selbst. Nicht nur die Liebe, die wir zwischen Frau und Mann und Mann und Frau kennen. Vielmehr auch, wie wir sie von Müttern zu ihren Kindern kennen, so liebevoll und beschützend, behütend. So wie ein Vater auf seine Kinder schaut, anleitend und gütig, nur das Beste wollend.
-Und Gott will, dass wir diese Liebe ebenso spüren und zwar zu jedem Menschen, wir sollen auch unsere Feinde lieben, wir sollen unsere Feinde nicht bekämpfen, wir sollen sie einladen, auch den Weg des Vereinen, der Liebe zu gehen. Wir sollen diese, seine Liebe spüren für alles, für die ganze Schöpfung.

Wenn Inhalte entgegen diesen Wahrheiten stehen, können und müssen sie hinterfragt werden.

Aber zurück zu Jesus als Sohn Gottes.
Ich kenne keine Übersetzung, die näher an den Worten Jesu ist als die von Günther Schwarz (1928-2009). Dr. phil. Günther Schwarz gehörte zu den weltweit ganz wenigen Experten des Aramäischen, der Alltags- und Lehrsprache Jesu. Als Hauptwerk hat er nach 40 jährigem Studium das Buch „Das Jesus-Evangelium“ veröffentlicht.  Hier zeigt er an vielen Stellen ein anderes Bild Jesu. In seiner Übersetzung kann man Jesu Botschaft der Liebe besser spüren als in jeder anderen Übersetzung.

Herr Schwarz

übersetzt einige Passagen anders, wo in den Standard-Übersetzungen „Sohn Gottes“ steht verwendet er oft „Knecht Gottes“ (hier nicht abfällig gemeint, in den Zeiten Jesu waren die Knechte die wertvollsten und anerkanntesten Mitarbeiter „der Herren“).

Als Jesus Beispielsweise bei der Taufe durch Johannes aus dem Wasser herauskam „ließ Gott ihn den Himmel geöffnet sehen….. und …. Ließ Gott ihn seine Stimme Hören, sie sprach „Mein Sohn bist Du, mein Einzigartiger. An Dir habe ich Gefallen“[2]
In beiden Fällen schreibt Herr Schwarz, dass Gott ihn den Himmel geöffnet sehen ließ, dass ihn seine Stimme hören ließ.
Also nicht dieses Großereignis, mit dem Heiligen Geist, der wie eine Taube auf Ihn herab kommt, keine Stimme als Beweis für die Vaterschaft an die anwesenden. Eher ein persönliches Erlebnis Jesu, etwas Intimes zwischen ihm und dem Vater.

Ich kann also die muslimischen Brüder und Schwestern verstehen, dass sie Zweifel haben an der Gottheit Jesu.

Jesu Gottesbild

Wichtig ist doch die Botschaft, dass uns Yeshua ein neues Gottesbild geschenkt hat. Das er uns erlöst hat von der Vorstellung eines bevormundenden Gott.
Er hat uns vereint zur Weltgeschwisterlichkeit, er wollte, dass dieser Planet menschlicher, göttlicher wird.
Wir sollen alle Menschen als Geschwister erkennen, die die gleichen Sehnsüchte haben, den gleichen Gott anbeten und die gleiche Liebe empfinden.[3]

In Liebe und in Ewigkeit

Amen

 

 

 

[1] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Sohn_Gottes

[2] Vgl. Kapitel 3 aus „Das Jesus Evangelium“ von Günther Schwarz

[3] Vgl. „Was Jesus wirklich gesagt hat“ von Franz Alt

Mehr dazu unter:https://www.day8.eu/

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Juni 12th, 2016 by micha

Wenn Glaube fehlt

Liegt nicht das große Problem unserer und aller Vergangener Zeiten darin, dass wir unser Vertrauen auf Gott verloren haben, dass wir uns von ihm entfernen und somit im Wortsinn in Sünde, d.h. von Gott getrennt leben.

Wir haben Gott teilweise ganz verloren, halten ihn für ein Hirngespinst alter Zeiten, für etwas, was überholt ist.

Aber ohne Gott, was sind wir dann, auf wen können wir bauen, was ist wichtig?
Nur wir selbst, nur die Familie, das Umfeld, die Stadt, in der wir leben, das Land, unsere Glaubensrichtung, Religion, unsere politische Gesinnung? Können wir das alles selber, eigenverantwortlich, für uns?
Wir können es eben nicht selbst und in den oben genannten Gruppen, wenn uns Gott fehlt. Was hat denn in den letzten Jahren, Jahrhunderten, Jahrtausenden den Menschen bestimmt.
Das waren doch wir selbst, unsere Gruppe, Staat, Gesinnung, Glaube. Das war die Fixierung auf eine dieser Gruppen, die uns abgrenzt, uns für gut und andere für schlecht hält.
Wir sagen, dass unsere art zu leben die einzig richtige, unser Wertesystem, unser Land, unser Glaube. Wir grenzen uns ab und andere aus. Wir führen Kriege im Namen von Gott, König, Vaterland, Glaube, und schon immer wegen unserem Götzen, dem Geld, also aus wirtschaftlichen Interessen.

Was uns allerdings dabei fehlt ist Gott.
Wir entfernen uns immer weiter von Ihm. Jeder, der wegen seinem Glauben ein Verbrechen begeht, mordet, ausgrenzt, diskriminiert handelt nicht im Glauben an Gott, sondern aus einem falschen Glauben. In allen oben genannten Gruppen liegt die große Versuchung falsches zu tun. Es ist einfacher, auszugrenzen, in der Gruppe fühlen wir uns sicher, geliebt, bestätigt.
Wir ziehen an einem Strang, wenn meine Gruppe wichtig ist, einflussreich, reich, mächtig ist, dann sind wir es auch.

Aber Gott ist der Gott aller Menschen. Auch derer, die nicht an ihn glauben wie wir. Gott möchte einen, nicht entzweien. Gott möchte ermöglichen, nicht verhindern.

Gott liebt das Leben, liebt uns, jeden einzelnen.

Jeder Mensch, der ausgebeutet wird, damit es einem anderen gut geht ist für Gott ein Grauen, es ist ein handeln gegen Gott.
Gott ist die Liebe selbst. Nicht nur die Liebe, die wir zwischen Frau und Mann und Mann und Frau kennen. Vielmehr auch, wie wir sie von Müttern zu ihren Kindern kennen, so liebevoll und beschützend, behütend.
So wie ein Vater auf seine Kinder schaut, anleitend und gütig, nur das Beste wollend. Und Gott will, dass wir diese Liebe ebenso spüren und zwar zu jedem Menschen, wir sollen auch unsere Feinde lieben, wir sollen unsere Feinde nicht bekämpfen, wir sollen sie einladen, auch den Weg des Vereinen, der Liebe zu gehen. Wir sollen diese, seine Liebe spüren für alles, für die ganze Schöpfung.

Ich kann Gott regelrecht spüren, wenn ich im Frühling in meinen Garten gehe und erlebe, wie das Leben regelrecht explodiert, wie sich aus einer  kleinen Knospe in kurzer Zeit ein zusammengerolltes Blatt schiebt und sich zu seiner ganzen Größe entfaltet, wie ein Samenkorn aufgeht, wie aus etwas vermeintlich totem Leben entsteht.
Ich kann ihn regelrecht spüren, wenn ich meine Kinder anschaue, wie sie wachen, sich entwickeln, jeden Tag erwachsener werden. Wie sie ihren Weg durchs Leben gehen, Ihren Weg finden. Und meine Frau, wenn ich sehe, wie sie sich abmüht, ebenso wie ich, Ihr Leben, Ihre Aufgaben in den Griff zu bekommen, wie Sie für unsere Kinder, für andere in Ihrem Job und zuletzt auch für mich da ist. Darin erkenne ich Gott.

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Ein Blatt faltet sich auf!

Und darin erkenne ich auch unsere Aufgabe unseren primären Auftrag von Gott, im Hier und jetzt und daran hat sich seit Adam und Eva, seit Abraham, David nichts geändert.
Wir müssen Verantwortung übernehmen, wir müssen uns kümmern, wir müssen lieben.
Zuallererst uns selbst, bevor wir uns nicht selber lieben können, können wir es auch nicht für andere tun.

Alles, was wir Liebe anderen gegenüber nennen, ist, wenn wir uns nicht selbst lieben können, eine Projektion, etwas egoistisches, etwas erwartendes.
Wir erwarten immer, dass wir etwas „für diese Liebe“ zurück erhalten. Es ist keine Liebe aus Güte, sondern aus Verlangen.
Diese Liebe meint Gott aber nicht.
Er meint die Leibe, die gibt, die sich hergibt, die mehr gibt als nimmt. Eben wie die Liebe Gottes.
Aber woraus sollen wir die Kraft für diese Liebe nehmen? Wie ist es möglich, so zu lieben, so aufopfern, so selbstlos, so total?
Er hat es uns vorgemacht, er macht es uns vor, jeden Tag.

Gott gibt es uns vor, er liebt uns eben in diesem Sinne, er erwartet nicht, etwas dafür zurück zu bekommen.
Und daher kommt auch die Kraft für uns, aus Gewissheit die Liebe von Gott. Das macht uns einzigartig, wichtig. Woraus sollen wir die Kraft schöpfen? Nicht aus uns selbst, sondern aus der Liebe Gottes. Diese Liebe haben wir nicht verdient, sie ist einfach da, weil wir sind, weil wir gewollt und geplant sind. Weil wir, jeder für sich etwas Besonderes ist.

Aus der Versicherung der Liebe Gottes und der Liebe zu uns selbst erhalten auch wir die Kraft zu lieben und damit Verantwortung zu übernehmen uns kümmern und sorgen.
Das umfasst Kinder, Familie, Freunde, aber auch größere Gesellschaftsgruppen über Gemeinde, Kirche, Stadt, Land Staat und die ganze Welt, wie alle müssen Verantwortung übernehmen.

Wir alle müssen Verantwortung übernehmen für die Schöpfung, das umfasst auch die ausgebeuteten in fernen Ländern, das umfasst uns, aber auch alle Menschen, Tiere und Pflanzen, das umfasst die vielfachen Ressourcen, die uns so großzügig geschenkt wurden. Wir alle haben den Auftrag sie zu schützen und zwar aus und in Liebe.

Mehr dazu unter:https://www.day8.eu/

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