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September 10th, 2016 by micha

Ist Gott Allmächtig? Was ist die Wahrheit?

Kirche auf dem Holzweg

Es ist doch so, dass wir heute den Glauben falsch verstehen, wir verstehen nicht, was Jesus uns gebracht hat, was er uns lehren wollte. Auch die Kirchen sind seit Jahrhunderten auf dem Holzweg. Der Glaube wurde in den Institutionen genutzt um Macht und Einfluss zu generieren.

Die Kirchen beschweren sich heute über mangelndes Interesse, über leere Gottesdienste über austretende. Aber liegt denn das nicht in erstem Sinne an dem knöchernen unbeweglichen Selbst der Kirchen.
Jesu Botschaft ist universell, nicht an eine Zeit oder einen Ort gebunden. Wir verstehen sie nur nicht mehr, die Kirchen verstehen sie schon lange nicht. Eventuell einige, sie sind jedoch nicht in der Lage, die wahre Botschaft zu vermitteln.

Die Wahre Botschaft Jesu ist keine Kirchliche, sie ist universell, sie darf nicht auf einen bestimmten Kreis beschränkt werden, sie ist gesellschaftlich.  Dies ist die Botschaft Jesu, sie wurde von jeher falsch verstanden, es fängt schon bei den viel verehrten Wüstenvätern, den Vorläufern des Mönchstums an, die sich zurück gezogen haben. Sie haben spirituelle Höhen erlebt, sind persönlich Gott näher gekommen, voll egoistisch.

Jesu Botschaft stellt uns aber in die Verantwortung, die Verantwortung für alle, für alles, für die Schöpfung an sich. Die Herren und Damen haben sich damals zurückgezogen und sich dieser Verantwortung entzogen. Wir verdanken Ihnen viel Schätze der Spiritualität, jedoch entsprach Ihr handeln nicht dem Auftrag Jesu, sie waren nicht in der Nachfolge Jesu.

Gott allmächtig?

Von den Kirchen wird immer noch der Gedanke vermittelt, dass Gott allmächtig ist.

Darin fußt eine große Enttäuschung, Gläubige können nicht verstehen, dass Gott die Welt, so wie sie ist, zulässt. Soviel Grausamkeit, soviel Ungerechtigkeit, so viel Leid. So viele Bedrohungen, so viel Fanatismus, so viel aus glaube begangenes Unrecht.

Wie kann das ein allmächtiger Gott zulassen?

Die Gläubigen ziehen sich von Gott, dem ungerechten, zurück, schließen ihn aus ihrem Leben aus. Und konzentrieren sich enttäuscht auf sich selbst, auf den selbstständigen Erhalt ihres Status, Ihres Besitzes, Ihres Lebens.

Das lassen die Kirchen zu, sie informieren nicht. Sie lassen damit auch den Egoismus zu, der dadurch entsteht. Sie lassen zu, dass wir andere und anderes ausgrenzen. Das wir und das ihr. Sie lassen das ganze Elend der Welt zu und lassen sie in dem Glauben, das sei von Gott gewollt.

Doch die Antwort darauf ist ganz einfach.

Wenn man ein Gott-Verständnis von dem Erschaffer-Gott hat, dann hat Gott uns, den Menschen Verstand, Verständnis für Gut und Böse und freien Willen gegeben. Genau das war und ist es, was er von seiner Allmacht abgegeben hat. Auf diese Freiheiten hat er natürlich keinen Einfluss, sonst wären es ja keine Freiheiten.

Oder mit anderen Worten. Wir können Gott nicht für unsere Taten oder die Taten anderer Menschen verantwortlich machen.

Um uns die Richtung zu zeigen hat er uns die Fähigkeit gegeben Schönheit zu empfinden, er hat uns aber auch die Liebe gegeben (damit meine ich nicht die sexuelle Liebe, sondern die uneigennützige Liebe, die nichts zurück verlangt).

Die Kirchen beschränken sich im Grunde nur noch auf das Weltliche.

Die spirituelle Seite des Glaubens, auf der jeder Gläubige die Möglichkeit hat, selbst Gott näher zu kommen, wird vollkommen ausgeblendet. Das Gott Organ, im Übertragenen Sinn unser Herz, mit seinen Möglichkeiten in uns zu lauschen, situationsbedingt zu spüren, was richtig ist, findet nicht statt.

In uns zu lauschen und Gott zu spüren, seinen Willen mit den verschiedenen Sinn-Möglichkeiten des Herzens zu spüren. Dieses „Organ“, diese Möglichkeit, ein Gefühl für Gott zu entwickeln, ja sogar ganz neue Sinne zu entwickeln, dieses Training wird vollkommen außer Acht gelassen, ja sogar geleugnet.

Kirchen haben nichts mehr mit Glauben erfahren zu tun.

Kirchen haben nichts mehr mit Glauben erfahren, mit Gott spüren zu tun.  Die Kirchen haben diesen Gott verloren. Ganz so wie damals, als Jeschua uns die neue Botschaft des liebenden, des Vater Gottes gebracht hat. Die Botschaft, das Gott (Vater) männlich und das Gott (liebend) weiblich ist.

Die Lehre, die sich aber entwickelt hat, ist die eines männlichen, patriarchalischen Gott, genauso, wie noch in der alttestamentarischen Zeit.
Der Gütige und vor allen Dingen auch der Weibliche Anteil wurde vollkommen unterdrückt, wie auch die Frau in den letzten 2000 Jahren und natürlich auch davor. Im Grunde befinden wir uns immer noch in der vorchristlichen Zeit. Seine Lehren haben bisher nichts bewirkt.

Die verlorene Lehre Jesu- von den Kirchen verleugnet?

Jesu Lehre hatte aber noch einen weiteren, eine viel tiefer gehenden Aspekt, der noch viel stärker ignoriert, ja sogar aus Machtansprüchen verhindert wird. Der rein geistige Teil seiner Lehre ist, spätestens seit dem Konzil  von Nicäa 325, nicht mehr Bestandteil der Konfessionen.
Diese Lehre wurde lange verhindert, totgeschwiegen, Aufzeichnungen wurden verboten, ja sogar verbrannt. Wir können froh sein, das in den letzten hundert Jahren noch einige Spuren dieser Lehre aufgetaucht sind. Die archäologisch wiederentdeckten Evangelien des Thomas oder der Maria Magdalena zeichnen ein noch viel geistlicheres Bild von Jesus. Einen Jesus, den man in den klassischen, kanonischen Evangelien erahnt, den man als die dahinterstehende Weisheit spüren kann, jedoch niemals so konkret, wie in den eben genannten Evangelien. Sie stellen den einzelnen Glaubenden in den Vordergrund, den Gläubigen und seine Möglichkeit durch Reflexion, durch Selbsterkenntnis, durch innere Suchen, Gott selbst in sich selbst zu finden. Ja sogar sich ihm anzunähern, anzugleichen.

Dieser Weg beschneidet die Möglichkeiten einer konstitutionellen Kirche, wie sie sich damals entwickelte, bzw. wie sie jetzt schon seit tausenden von Jahren existiert und wurde deshalb bekämpft.

Wie Jesus werden?

Diese Evangelien deuten den Weg an, wie man selbst, im geistigen Sinn, wie Jesus werden kann.
Den Gläubigen wurden diese Möglichkeiten systematisch vorenthalten. Es ging so weit, dass sie über die Jahrhunderte sogar in Vergessenheit gerieten und ganz verloren gingen. In den Jahrtausenden keimte der Gedanke, die Möglichkeit Gott schon in dieser Welt zu finden. Ihm schon hier und nicht, wie von den Kirchen versprochen erst im Himmel nah zu sein, immer wieder auf und wurde brutal unterdrückt. Meister Eckhardt, einer der großen Kirchenmystiker, ist ein Beispiel dafür, er überlebte seinen Inquisitionsprozess nicht.
Aber ein Gedanke, wenn er einmal in die Welt gesetzt ist, kann nicht verhindert werden. Im Grunde wurde die Geistes-Lehre Jesu in den Jahrhunderten immer wiederentdeckt und immer wieder unterdrückt. Aber der Gedanke ist stark, keimt immer wieder auf, wenn man andere Religionen sieht auch schon in der vorchristlichen Zeit. Im Grunde steckt der Gedanke, das Bedürfnis Gott nahe zu sein, in uns, ist Teil von uns, von jedem. Es ist das Gefühl, dass etwas fehlt, das Gefühl, wir hätten unseren Weg noch nicht gefunden, die Gewissheit, irgendwie nicht komplett zu sein.
Steckt es in unseren Genen oder noch viel tiefer?
Das spielt im Grunde keine Rolle. Wir müssen einfach wieder lernen, dass in jedem von uns auch etwas Göttliches steckt und dass wir eine Verbindung dazu finden müssen. Der Anspruch der Kirche, mit ihrer Lehre der einzige Weg ins Himmelreich zu sein ist dabei fehlgerichtet, arrogant und sogar äußerst gefährlich, weil sie im Grunde durch Beschneidung der Lehre auf weltliche Regeln vollzieht und den persönlich-geistlichen Anteil entfernt hat.

Regeln aus Machtpolitik

Es ist Machtpolitisch besser Regeln aufzustellen, die die Gläubigen einzuhalten haben, um das Himmelreich zu erlangen, als die Gläubigen auf eine Reise ins Ich zu schicken, sie teilweise sich selbst zu überlassen und die Erkenntnis in ihre eigene Hand zu legen.
Das Schlimme dabei ist noch, dass dies den Kirchen zum größten Teil nicht bewusst ist, bis hin zu den Obersten glauben sie selber an ihre kastrierte Lehre. Alles gemäß dass der Einäugige ist unter den Blinden ein König ist, vermitteln sie ihre beschnittenen Glaubenssätze unter den Gläubigen, im festen vertrauen, das richtige zu tun und Gottes Wille zu erfüllen. Das Gegenteil ist der Fall. Schon kurz nach Jesu ableben hat sich in seiner „Kirche“ ein ähnliches Pharisäertum wie zuvor entwickelt. Die teilweise verzweifelten Briefe des Paulus an die frühen Gemeinden zeugen davon.

Das erzeugte Vakuum

Die Gläubigen spüren das Vakuum der Gottlosigkeit und kehren den Kirchen und leider auch oft dem Glauben den Rücken zu und konzentrieren sich auf sich selbst in der Materiellen Welt. Dem müssen die Kirchen wieder entgegenwirken, müssen den Gläubigen wieder das zurückgeben, weshalb sie hier sind. Gott selbst. Dass das möglich ist, sieht man an den expandierenden Pfingstbewegungen, hier trifft man auch Gläubige, die Gott spüren wollen, die ihn erleben wollen, hier spürt man tatsächlich den Geist Gottes.

Es wäre sehr schade, wenn die etablierten Konfessionen zu unflexibel wären, um eine Umkehr hin zu ihrer ursprünglichen Lehre zu finden. Sie müssen wieder Gott näherbringen, Gott selbst. Und dieser Gott ist auch genug Gott, auf ihn sollten wir uns Konzentrieren und auf das was Jesus uns über ihn berichtet, was er gelehrt hat. Sie müssen ihn uns wieder spüren lassen.

Und das mit dem ganzen Menschen, mit der ganzen Kirche, da sind wir und sie wieder gleich. Wir müssen Glauben wieder leben, nicht nur die Stunde am Wochenende, sondern auch in der Freizeit, der Arbeit, immer.

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Juni 12th, 2016 by micha

Ich danke Franz Alt für sein Werk:

„Jesu Botschaft heißt: Das Gute ist möglich, weil es Gott gibt. Das Gute ist da. Es gibt Gutes, man kann es erfahren und mehr noch: Man kann es tun. Davon handeln alle Jesus-Geschichten, alle Jesus-Taten und alle Jesus-Gleichnisse. Religion ist eine gute Nachricht. Dieses Vertrauen in das Gute, in das Göttliche, ist der fundamentale Unterschied zum alltäglichen Zynismus, Fatalismus, zur Resignation, zur Hoffnungslosigkeit und zum Skeptizismus. Jesus lehrt uns, was das Wichtigste im Leben ist…………… In der Schule Jesu können wir unseren inneren Reichtum entdecken, der unser Herz gesund, unsere Seele angstfrei und unser Denken ruhig und stark macht, sodass wir wahre Liebe und wirkliche Menschlichkeit lernen. Jesus lehrte die stille Macht des Guten.“ [1]

[1] aus „Was Jesus wirklich gesagt hat: Eine Auferweckung“ von Franz Alt

 

 

Mehr dazu unter:https://www.day8.eu/

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