sex
September 18th, 2016 by micha

Wollust

Wollust ist die sinnliche, sexuelle Begierde und Lust, die bei sexueller Aktivität, der Befriedigung oder bei sexuellen Phantasien erlebt wird und gehört zu den fleischlichen Totsünden. Sie schließt das aktive Handeln zur Steigerung der sexuellen Befriedigung ein.
Wollust beschreibt das Hervorheben oder Emporheben, das Kultivieren einer Empfindung, die als drängend und lustvoll gilt. wollust
Wollust ist nicht nur körperliches Verlangen, sondern setzt auch erotische Fantasien frei. Hinter  der Wollust stehen mit den damit verbundenen Fantasien stärkste Triebkräfte und Verlockungen. Wenn die Wollust soweit geht, dass sie anderes Denken und Streben in den Schatten stellt, wenn sie zur mangelnden Impulskontrolle führt, echte Liebesbeziehungen durch häufigen Partnerwechsel oder das ständige denken daran unmöglich macht, dann ist diese krankhaft und behandlungsbedürftig.

Begierde, Begehren

In diesem Zusammenhang bezeichnet Begierde oder Begehren den seelischen Antrieb zur Behebung eines selbst empfundenen Mangelgefühls mit einem damit verbundenen Wunsch einen Gegenstand oder Zustand zu erlangen, um diesen Mangel zu beheben. Wichtig und Antreibend sind für das Begehren mehr die damit verbundenen geistigen Faktoren (Emotionen, Phantasie, Wünsche bzw. Ausgleich der dazugehörigen Bedürfnisse), bei der Begierde dagegen mehr die körperlichen (Triebe, Schmerz, Sucht, Hunger, Durst bzw. Ausgleich der dazugehörigen Bedürfnisse).
Genuss ist eine positive Sinnesempfindung, die mit körperlichem und/oder geistigem Wohlbehagen verbunden ist. Die Genusssucht ist ein Kind der Eigenliebe. Genusssucht ist ein großes Verlangen nach immer intensiverem Vergnügen. Man giert immer mehr auf Befriedigung der Sinne, will immer größere Vergnügen, wird zum Getriebenen, in diesem Sinne macht die Genusssucht den eigentlichen Genuss unmöglich.

Ausschweifung

Die Ausschweifung ist die maßlose Übertreibung im Lebensgenuss. „In der Ausschweifung jeder Art liegt viel Seelenkälte; sie ist ein überlegter und freiwilliger Missbrauch des Vergnügens.“[i] Ausschweifung in diesem Sinn entspricht dem Bedürfnis des Menschen, der Normalität zu entfliehen, einem Gefühl der inneren Leere, der Sinnlosigkeit. Dieses Gefühl der Leere, der Sinnlosigkeit, versucht man zu stopfen durch immer intensivere Erlebnisse – was aber letztlich nicht gelingt.

Moral

Die katholische Moraltheologie sollte in diesem Punkt sicherlich nicht als Maßstab gesehen werden. Sie duldet Geschlechtsverkehr nur zwischen Eheleuten, und dann auch nur mit dem Ziel der Fortpflanzung. Sinnliche Lust, die ein Ehepaar zusammenhält, die Spannungen und Stress abbauen und überwinden kann, hat nichts mit Sünde zu tun.

Es geht nicht darum, dass man sich für Sex oder Lust schuldig fühlen soll, es geht vielmehr „mal wieder“ darum, dass diese Freuden übertrieben werden, uns vom Leben ablenken. Erhöht werden, den Sinn des Lebens darstellen, oder dass man sich Ihnen ohne Bedenken, ohne Maß hingibt. Schließlich sollen [und wollen] wir der Herr unseres Körpers sein und nicht umgekehrt. Unter heutigen Bedingungen haben die kirchlichen Keuschheitsnormen ihre gesellschaftliche funktionale Bedeutung weitestgehend verloren (by the way – zeigt sich die katholische Kirche mit dem Festhalten an diesem antiquierten Verhaltensmuster nicht gerade auf Seite Ihrer Mitglieder, diese Herrschaft mit Vorschriften und Maßgaben „von oben Herab“ ist heutzutage nicht mehr durchzusetzen. Mit Papst Franziskus haben wir aber einen einsamen Streiter an unserer Seite (Gott segne ihn und lass ihm alle seine Vorhaben gelingen)).

Trotzdem gibt es immer wieder junge Menschen, die „unberührt“ in die Ehe gehen wollen und dies als ihr Ideal verkünden. Eine solche „Selbstbeherrschung“ kann – wie alle Formen der Selbstkontrolle – eine positive Entwicklung der Ich-Funktionen vorantreiben – aber auch über das Ziel hinausschießen.

Und jetzt?

Eigentlich ist die Wollust der echten Lust entgegengesetzt. Denn Lust kommt aus Nähe, aus Intimität, aus Wohlbehagen. Man kann zu seinem Partner zärtlich sein und Genuss bereiten und Genuss empfangen, man kann den Augenblick genießen, man kann eine Meditation genießen, Muße genießen. Eile kann man nicht wirklich genießen, und Sucht auch nicht.
Wollust bezeichnet also etwas Eigenartiges: Wer in sich eine Wollust oder Genusssucht verspürt, kann innehalten: Genieße den jetzigen Moment, verspüre den Genuss im Hier und Jetzt. Es braucht wenig, um wahren Genuss zu erfahren. Schon jeder Atemzug kann ein Genuss sein. Komme weg von der Genusssucht, hin zur Achtsamkeit, zur Aufmerksamkeit, zum echten Genuss im Hier und Jetzt.

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[i]  Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

 sünden, 

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Boomed
Juli 2nd, 2016 by micha

Zur Konformität gezwungen

Als Teenager versuchen wir uns Autonom zu verhalten, versuchen unsere eigenen Werte zu entwickeln. Wir haben jedoch keine Chance.
Wir sind dazu verdammt, dass unser selbstgebautes Wertesystem unter dem äußeren Druck zusammenbricht.
Der Druck, uns konform, gemäß allgemeiner Moralität zu verhalten ist so groß, dass wir schließlich nachgeben.  Bei einigen ist diese Phase noch präsent. Sie erinnern sich noch an die Ausgrenzung und den Kampf, die Enttäuschungen, die sie erlitten haben. Oft sind es genau diese, die sich aus Kenntnis dieses Schmerzes zukünftig noch stärker anpassen als die damals angepassten, die die Phase eher kampflos überstanden haben.

Verhaltensmuster erkennen

Paradoxerweise sehen wir diese anerlernten Verhaltensmuster als die eigenen an. Die Beeinflussung läuft so konstant, so selbstverständlich und durch die ganze Gesellschaft ab, dass  wir echt denken, das wären wir. Außerdem vermischen wir die erlernte Moralität noch mit Verhaltensweisen, die auf eigener Erfahrung beruhen, die wir im Laufe unseres Lebens gelernt haben. Auch diese Verhaltensmuster integrieren wir ungeprüft in unsere Persönlichkeit, in unseren Verstand ein.
Die Moralität und die erlernten Verhaltensmuster bzw. Lektionen bilden die Grundlage für unser Selbstbild.

Verhaltensmuster und Moralität – die großen Verhinderer

Wir erschweren uns das Leben, indem wir uns an diese hart erarbeiteten Lektionen und die erlernte Moralität klammern, lange nachdem sie ihren Nutzen verloren haben. Nehmen wir als Beispiel einen Jungen, das gelernt hat, dass er bei seiner Mutter alles durchsetzen kann, wenn er sich stur stellt (evtl. hat er es ja bei seinem Vater abgeschaut), anfangs nur bei der Mutter, später bei seinem ganzen Umfeld. Und weil das in der Kindheit funktioniert hat, verwendet er das weiter, was funktioniert. Auch als erwachsener. Und obwohl er seit Jahren nicht mehr die gleichen Ergebnisse damit erzielt, kann es sein, dass er mit 40 Jahren seine dritte Frau noch genauso behandelt.

Wir verhindern uns selbst

Der Verstand mag es nicht, sich auf neue Informationen hin zu verändern. Erlernte Lektionen, an denen wir auf diese Art festhalten, bilden die Persönlichkeit, an die wir dann gekettet sind. Das macht das Leben schwerer, als es eigentlich sein müsste.
Auch ungeprüfte Moralvorstellungen können uns das ganze Leben begleiten. Problematisch sind sie, wenn sie ausgrenzen oder diskriminieren. Das zum Beispiel Homosexualität unmoralisch ist, ist noch in vielen Köpfen verankert, dieser Irrtum wird uns noch viele Jahre begleiten.Die so gleichgeschalteten Erwachsenen zeichnen sich durch einen nahezu hysterischen Glauben an den Verstand aus. Ihr Moralismus beherrscht sie komplett.

Es geht sogar so weit, das wir annehmen, Moralität wäre etwas angeborenes,

der Biologe Hans Mohr drückt es folgendermaßen aus: „Wir brauchen moralisches Verhalten nicht zu lernen – es ist eine angeborene Disposition, die uns befähigt, das moralisch Richtige zu treffen.“[1] Herr Mohr meint mit seinem Beitrag sicherlich die höhere Moral, wie sie etwa in den zehn Geboten oder den fünf Silas im Buddhismus beschrieben werden. Ich finde es jedoch bezeichnend, das die „Moral“ als etwas natürliches angesehen wird.

Moralität hat sich bewährt. Aber wie lange noch?

Die unreflektierte Weitergabe von Erkenntnissen und Verhaltensweisen, von Moral durch eine Generation an die nächste hat sich bewährt. Diese sich um sich selbst drehenden, Ideen generierenden, sich selbst erhaltende Wesen, die sich daraus entwickelt haben scheinen zu funktionieren. Die Menschen haben die Weltherrschaft. Die Fähigkeit aufgrund angesammelter Informationen zu handeln und große Mengen neuer Informationen weiterzugeben, ist die Überlebenstaktik des Menschen in unseren Gesellschaften.

Paradoxerweise aber hat sich aus dieser Strategie unsere egoistische, machthungrige, auf den Vorteil des einzelnen begründete Gesellschaft entwickelt.

Ich bin überzeugt, dass wir uns dadurch über kurz oder lang selber vernichten.

kaput

Die Menschheit ist schon seit Jahrzehnten in der Lage, sich und die ganze Natur dieses Planeten zu vernichten, wir haben unseren Alptraum selbst geschaffen.
Die Massenproduktion von Konsumgütern, die uns einen angenehmen Lebensstil ermöglichen, ist für andere tödlich.

Unser Wohlstand ist nur dadurch begründet, dass irgendwo anders auf der Welt die Natur oder der Mensch ausgebeutet wird.

Dafür haben wir Massenvernichtungswaffen gegen Mensch und Umwelt entwickelt und angewendet und die unfassbare Vernichtung von Millionen durch Armut, Krankheit und Gewalt in Kauf genommen.

Jetzt müssen wir es innerhalb der nächsten Jahre schaffen, von dieser egoistischen Lebensweise abzulassen, sonst geht alles vor die Hunde, die jedoch sicherlich mit Boomder Schöpfung besser umgehen würden als wir.

Ich möchte hiermit ausdrücken, dass wir nicht alleine in der Welt stehen und unser Verhalten Konsequenzen hat. Unser Verhalten vernichtet die Welt. Wir alle können nur etwas zur Heilung beitragen, wenn wir uns ändern, wenn wir uns von Grund auf ändern.

Wir alle!

 

Und jeder muss dabei mit sich selbst anfangen.

Vielleicht schaffen wir es ja, an die nächsten Generationen nicht auch diesen Müll weiterzugeben, den uns unserer Vorfahren und Eltern überlassen haben, vielleicht schaffen wir es endlich erwachsen zu werden, Verantwortung zu übernehmen. Nicht jeder für sich, sonder wir für uns, in Verantwortung für uns, unseren nächsten und für alle Menschen, die Natur, für unsere Welt.Der Weg aus diesen Irrglauben heraus besteht in der Erweiterung unseres Selbstbildes. Wir müssen es schaffen, wieder mehr zu sein als die Persönlichkeiten, auf die wir während des Aufwachsens geschrumpft sind.

Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, Zur Konformität gezwungen, 

 

[1] Ina Wunn: Die Evolution der Religionen.

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